Obwohl Albert Riera erst seit sieben Wochen das Traineramt bei Eintracht Frankfurt bekleidet, mehren sich die Bedenken bezüglich seiner Arbeitsweise – und das nicht erst seit der kürzlichen Derby-Niederlage gegen Mainz 05.
Albert Riera kann man kaum vorwerfen, seine ursprünglichen Versprechen gebrochen zu haben. Bei seiner Vorstellung vor etwa sieben Wochen bei Eintracht Frankfurt betonte er, dass Fußball für ihn stets auch Spektakel bedeute. Er sah die Rolle des Fußballs als Unterhaltung für die Zuschauer, vergleichbar mit einem Theaterbesuch, bei dem man für sein Geld eine entsprechende Darbietung erwartet.
Eine erste Bilanz Ende März zeigt, dass der Unterhaltungswert für unparteiische Beobachter seit Rieras Dienstantritt tatsächlich zugenommen hat. Das Dilemma dabei ist jedoch, dass das angekündigte Spektakel fast ausschließlich abseits des Spielfeldes stattfindet. Die Pressekonferenzsäle der Bundesliga dienen als Kulisse für Rieras große Auftritte, während auf dem Rasen eine bemerkenswerte Ereignislosigkeit herrscht.
Riera sorgt mit Äußerungen für Irritationen
Ein aktuelles Beispiel für die Kluft zwischen seinen öffentlichen Aussagen und der Realität auf dem Platz zeigte sich am Sonntag in Mainz. Nach der verdienten 1:2-Niederlage, bei der die Eintracht einen auffallend ideenlosen Fußball zeigte, verblüffte Riera mit eigenwilligen Erklärungen. Ernsthaft erklärte er, ein Sieg wäre ein “Wunder” gewesen, angesichts der schlechten Statistik der Frankfurter in Mainz. Seine implizite Botschaft: Die Punkte hätte man sich auch sparen können.
Bei dieser Argumentation ignorierte Riera jedoch, dass der siegreiche Gegner unlängst noch im Abstiegskampf verwickelt war, während die Eintracht eigentlich Ambitionen auf die Champions-League-Plätze hegte. Seine kurz darauf geäußerte Behauptung, sein Team habe (abgesehen vom Bayern-Spiel) in allen Partien mehr Torchancen als der Gegner erarbeitet, lässt sich durch Statistiken leicht widerlegen. Tatsächlich hatten Union Berlin (1:1), Borussia Mönchengladbach (3:0) und der FC St. Pauli (0:0) in ihren Begegnungen mit Frankfurt jeweils mehr Torschüsse, und Union sowie St. Pauli wiesen sogar höhere ‘Expected Goals’ (xG)-Werte auf. Dies wirft die Frage auf: Welchen Zweck verfolgen solche Aussagen?
Riera pflegt einen unverkennbaren Stil
Es ist offenkundig, dass Riera in seinen öffentlichen Auftritten gerne markige Worte wählt. Der 43-jährige Trainer nutzt oft blumige und vergleichende Sprache – sei es über Spieler, die von Balkonen springen, Haie, die Blut wittern, oder die Forderung, seine Spieler sollten die attraktivsten der Liga sein. Ein wiederkehrender Leitsatz von ihm ist: “Ich weiß nicht, ob es der richtige Weg ist, aber es ist mein Weg.”
Durch diese extravagante Art zieht Riera die Aufmerksamkeit auf sich und hat damit mutmaßlich zu Beginn seiner Amtszeit Druck von seinem Kader genommen. Wenn es eine Strategie war, schien sie zunächst aufzugehen. Doch insgesamt scheint sein Einfluss bereits an seine Grenzen zu stoßen.
Riera zweifelt öffentlich an der Qualität seines Teams
Die offensichtliche Stagnation im Angriffsspiel der Eintracht ist für jeden erkennbar; ein kohärentes Konzept fehlt völlig. In Mainz standen nach langer Zeit – vielleicht sogar Monaten – alle Offensivspieler zur Verfügung. Mit Namen wie Jonathan Burkardt, Ritsu Doan, Jean-Matteo Bahoya, Can Uzun, Younes Ebnoutalib, Arnaud Kalimuendo, Farés Chaibi, Ansgar Knauff, Ayoube Amaimouni-Echghouyab und Mario Götze sollte es eigentlich möglich sein, eine Angriffsformation zu kreieren, die Mainz 05 ernsthaft herausfordert.
Die Tatsache, dass Riera nach dem Spiel seinem Team die notwendige Klasse absprach, erscheint angesichts dieser Namen höchst fragwürdig. Seine Aussage, “Ich sage immer, dass wir Trainer den Spielern alles beibringen können, aber am Ende zählt die Qualität”, deutete zwischen den Zeilen bereits auf einen bevorstehenden Kaderumbruch im Sommer hin. Er prognostizierte: “Es wird schwierige Entscheidungen geben.”
Die durch solche Äußerungen gesendeten Signale sind verheerend. Riera scheint sein aktuelles Team qualitativ nicht in der Lage zu sehen, selbst Mainz 05 zu bezwingen, und signalisiert schon jetzt den Bedarf an neuen Spielern. Dies kommt einer verbalen Kapitulation gleich und liefert vorab Entschuldigungen für den weiteren Saisonverlauf. Es stimmt zwar, dass der aktuelle Kader seine Defizite hat, doch an guten Offensivkräften mangelt es definitiv nicht. Wieder stellt sich die Frage: Welchen Sinn haben diese Handlungen?
Auch intern wächst die Verwunderung
Die Liste der Sachverhalte, die bei der Eintracht für allgemeines Kopfschütteln sorgen, ließe sich fortsetzen. Die unnötige und unangebrachte Nichtberücksichtigung von Weltmeister Mario Götze führte auch mannschaftsintern zu Irritationen. “Einen Spieler wie Mario können wir immer gebrauchen”, bemerkte Burkardt stellvertretend. Gleichermaßen fruchten weder die ausgedehnten Videoanalysen noch die komplexen Trainingseinheiten oder die häufigen Positionsrochaden während des Spiels.
Rieras Vorgehensweise scheint die Spieler bisweilen zu überfordern und zu verwirren – eine potenziell gefährliche Situation. Laut Informationen des hr-sport nimmt die interne Verwunderung über Rieras Arbeitsmethoden daher bereits zu.
Fehlende Erfolge – und dann Urlaub?
Es ist zudem unverständlich, warum der spanische Trainer angesichts der bestehenden Probleme die Länderspielpause nicht für intensiveres Training nutzt, sondern seinem Kader ganze acht freie Tage gewährt. Während lediglich Doan und Chaibi mit ihren Nationalmannschaften unterwegs sind, hätten gerade die Rekonvaleszenten wie Ebnoutalib, Knauff oder Uzun, aber auch Burkardt oder Götze wohl mehr von Trainingseinheiten mit Ball profitiert als von einem individuellen Laufprogramm.
Der offizielle Trainingsauftakt ist erst für den kommenden Dienstag angesetzt, danach steht die Aufgabe an, nicht auch noch den siebten Tabellenplatz zu verspielen. Riera fasste die Lage zusammen: “Wir haben jetzt noch sieben Endspiele.” Diese Einschätzung gilt jedoch auch unmittelbar für ihn selbst.
Growing Astonishment Over Eintracht Frankfurt Coach Albert Riera
Although Albert Riera has only been in charge as coach of Eintracht Frankfurt for seven weeks, concerns about his working methods are growing – and not just since the recent derby defeat against Mainz 05.
Albert Riera can hardly be accused of breaking his initial promises. During his introduction about seven weeks ago at Eintracht Frankfurt, he emphasized that for him, football always means spectacle. He saw football’s role as entertainment for spectators, comparable to a theater visit where one expects a corresponding performance for their money.
A first assessment at the end of March shows that the entertainment value for impartial observers has indeed increased since Riera took office. The dilemma, however, is that the promised spectacle almost exclusively takes place off the pitch. The Bundesliga’s press conference rooms serve as the stage for Riera’s grand appearances, while a remarkable lack of events characterizes the field.
Riera’s Statements Cause Irritation
A recent example of the gap between his public statements and the reality on the pitch was seen on Sunday in Mainz. After the deserved 1:2 defeat, where Eintracht displayed remarkably uninspired football, Riera astonished with peculiar explanations. He seriously stated that a victory would have been a “miracle,” given Frankfurt’s poor statistics in Mainz. His implicit message: they could have saved themselves the effort of even showing up for the points.
In this line of argument, Riera ignored that the victorious opponent was recently still embroiled in a relegation battle, while Eintracht actually harbored ambitions for Champions League spots. His subsequent claim that his team (apart from the Bayern match) created more scoring chances than the opponent in all games can easily be refuted by statistics. In fact, Union Berlin (1:1), Borussia Mönchengladbach (3:0), and FC St. Pauli (0:0) each had more shots on goal in their matches against Frankfurt, and Union and St. Pauli even recorded higher ‘Expected Goals’ (xG) values. This raises the question: what purpose do such statements serve?
Riera Cultivates a Distinctive Style
It is evident that Riera enjoys using bold language in his public appearances. The 43-year-old coach often employs flowery and comparative language – whether it’s about players jumping from balconies, sharks smelling blood, or the demand that his players should be the most attractive in the league. A recurring motto of his is: “I don’t know if it’s the right way, but it’s my way.”
Through this extravagant manner, Riera draws attention to himself and likely took pressure off his squad at the beginning of his tenure. If it was a strategy, it initially seemed to work. However, his influence now appears to be reaching its limits.
Riera Publicly Doubts His Team’s Quality
The obvious stagnation in Eintracht’s attacking play is clear for all to see; a coherent concept is completely absent. In Mainz, for the first time in weeks – perhaps even months – all offensive players were available. With names like Jonathan Burkardt, Ritsu Doan, Jean-Matteo Bahoya, Can Uzun, Younes Ebnoutalib, Arnaud Kalimuendo, Farés Chaibi, Ansgar Knauff, Ayoube Amaimouni-Echghouyab, and Mario Götze, it should indeed be possible to create an attacking formation that seriously challenges Mainz 05.
The fact that Riera subsequently questioned his team’s necessary class after the game seems highly questionable given these names. His statement, “I always say that we coaches can teach players everything, but in the end, quality counts,” subtly hinted at an upcoming squad overhaul in the summer. He predicted: “There will be difficult decisions.”
The signals sent by such remarks are devastating. Riera apparently does not see his current team as qualitatively capable of defeating even Mainz 05 and is already signaling the need for new players. This amounts to a verbal surrender and provides pre-emptive excuses for the rest of the season. While it is true that the current squad has its deficiencies, there is certainly no lack of good offensive personnel. Again, the question arises: what is the point of these actions?
Internal Bewilderment Also Growing
The list of issues causing widespread head-shaking at Eintracht could be extended. The completely unnecessary and inappropriate sidelining of World Champion Mario Götze also led to internal team irritation. “We can always use a player like Mario,” remarked Burkardt representatively. Similarly, neither the extensive video analyses nor the complex training sessions or the frequent positional changes during the game are bearing fruit.
Riera’s approach sometimes seems to overwhelm and confuse the players – a potentially dangerous situation. According to information from hr-sport, internal bewilderment about Riera’s working methods is therefore already increasing.
Lack of Success – Followed by Vacation?
Furthermore, it is incomprehensible why the Spanish coach, despite the existing problems, is not using the international break for more intensive training, but instead grants his squad a full eight free days. While only Doan and Chaibi are away with their national teams, recovering players like Ebnoutalib, Knauff, or Uzun, as well as Burkardt or Götze, would likely have benefited more from training sessions with the ball than from an individually assigned running program.
The official start of training is scheduled for next Tuesday, after which the task will be to avoid losing even seventh place in the league. Riera summarized the situation: “We now have seven cup finals left.” This assessment, however, also applies directly to himself.
